Weckruf der Branche zur Zukunft

Anlässlich des 20. Tags der Garagen in Bern erfolgte ein Weckruf seitens des Gastgebers AGVS, der Referenten und auch der anwesenden Behörden wie des ASTRA, sich als Branche mit Selbstvertrauen den Anforderungen von Gegenwart und Zukunft zu stellen.


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Weckruf der Branche zur Zukunft

Die Jubiläumsveranstaltung des AGVS unter dem Motto „Was sich rechnet – und was zählt“ erfolgte zu Beginn 2026 unter Rekordbeteiligung in einem Jahr, das nach den Worten von AGVS-Präsident Manfred Wellauer vom Umbruch gekennzeichnet sein wird – mit allen Chancen und Risiken. So stellte er einem wachsenden Occasionsmarkt dem schwachen Neuwagengeschäft und den Mehrbedarf an Aftersales-Leistungen einem immer noch zu geringen Umsatz mit E-Fahrzeugen gegenüber. Jürg Röthlisberger als Direktor des ASTRA, der auf der Veranstaltung Bundesbern für den erkrankten Bundesrat Albert Roesti vertrat, bezeichnete den Jahresevent als „Mutter- und Vatertag der Branche“. Der Blick in die Zukunft bestimmte 2026 die Themen.

Die Vision der „Garage 2035“ brachte eine von der AGVS beauftragte Studie auf den Punkt, die Vertreter der HSG in Auszügen vorstellten. Ihr Fazit: die zunehmende Digitalisierung von Beratung und Verkauf wird nicht ohne den menschlichen Anlaufpunkt zur Kundenbindung vor Ort in der Garage auskommen. Den endgültigen Durchbruch der E-Mobilität in der Schweiz mit der kritischen Masse von ca. 600‘000 zugelassenen Personenwagen erwartet Sebastian Vasquez, Inhaber von Eve Car Plug Suisse, in etwa drei bis fünf Jahren. Und Sophie Berset, Geschäftsführerin des gleichnamigen Familienunternehmens, machte wie Ralph Panoff, Experte für Transformation, deutlich, dass in den 2020er Jahren die chinesischen Fahrzeuge ihren Markteintritt ebenso komplettieren werden wie das in 1970er Jahren mit den japanischen Marken geschehen war.

Nach Jenna Gygi, als Wingsuit-Weltmeisterin Profi eines Extremsports, lassen sich aber vertikale ebenso wie horizontale Geschwindigkeiten mit dem richtigen Fallschirm brechen. Für die Garagen bedeutet das im heutigen Umfeld nach den Ausführungen von Luca Jaquet, Geschäftsführer der Steiggarage, und David Regli, Geschäftsführer der Figas AG, ihre Leistungen mit Selbstvertrauen transparent und nach Vollkosten-Analyse vollumfänglich an die Kunden weiterverrechnet werden – auch mit explizit ausgewiesenen Gratis-Services. Markt und Kunden dürften nicht unterschätzt werden.

Hoffnungsvolle Botschaften gab es bezüglich der Lage im Nachwuchs und Fachkräfte-Bereich. Michael Raaflaub, Geschäftsleiter des Vereins Lehrstellennetzwerk, verwies auf die jüngst steigenden Absolventenzahlen der Lehranstalten, die wachsende Popularität handwerklicher Berufe und die gute Resonanz von Schülern auf digitale Informationen zur Berufswahl und online präsentierte Lehrstellenangebote. Und so schloss der Tag der Garagen, als „beautiful day“ avisiert, 2026 auf einer optimistischen Note.


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